• C. Krämer

Eiweiße, Proteine und Aminosäuren

Immer wieder hören wir von Aminosäuren, Eiweißen und Proteinen in Lebensmittelgeschäften oder wenn wir uns mit Ernährung auseinander setzen.


Eine kurze Begriffserklärung:

Mit Eiweiß und Protein ist ein und das gleiche gemeint, wir werden in dem Artikel Protein benutzen. Aminosäuren sind die Grundbausteine aus denen Proteine bestehen, sprich mehrere Aminosäuren aneinander gefügt bilden ein Protein.


Unser Körper kann Proteine nicht direkt aufnehmen, erst werden die Proteine in Aminosäuren zerlegt und dann im Dünndarm in die Blutbahn aufgenommen. Im Körper wiederum werden die einzelnen Aminosäuren unterschiedlich zusammengebaut und wieder in Proteine umgewandelt.


Essentielle Aminosäuren und Nicht-Essentielle Aminosäuren

Essentielle Aminosäuren können vom Körper selbst nicht hergestellt werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden (leicht zu merken Essentielle = Essen, wobei das Wort selbst mit der Essenz zu tun hat). Die Nicht-Essentiellen Aminosäuren kann der Körper selbst durch andere Aminosäuren herstellen. Sprich er nimmt eine Aminosäure beispielhaft: Glycin und kann dies aus einer anderen Aminosäure herstellen. Dies funktioniert nicht bei Arginin (AS). Wenn wir dies nicht in ausreichender Menge über die Nahrung aufnehmen fehlt uns diese Aminosäure.


Ist das denn überhaupt wichtig? Es gibt doch so viele unterschiedliche Aminosäuren, da ist es ja nicht schlimm wenn die anderen genügend vorhanden sind und einzelne mal etwas niedriger.


Leider ist dem nicht so, denn unser Körper kann nur so gut sein Werk vollbringen wie die geringste Einheit von den essentiellen Aminosäuren. Ein Beispiel zum verstehen:


Um Uhren herzustellen, benötigt man viele Schrauben und Zahnräder. Fehlt nun ein spezielles Zahnrad, kann eine Fabrik egal wieviele Schrauben sie ansonsten hat keine Uhren herstellen. So ist dies in unserem Körper mit den Essentiellen Aminosäuren.


In welchen Lebensmitteln finden wir Proteine.

Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten, Nüsse, auch in Getreide und Gemüse sind Proteine vorhanden. Das was jedoch einen Unterschied macht ist einerseits die Menge an Proteinen pro 100 g vom Lebensmittel, sowie die Wertigkeit. Von der Wertigkeit ist die Rede, wie gut unser Körper aus den Lebensmitteln die Proteine aufnehmen kann. Je ähnlicher die Struktur des Proteins unserem Körper ist, desto ähnlicher ist die Zusammensetzung der Aminosäuren unserem Körper (Fleisch ist hochwertiger als Gemüse).

Dies heißt aber nicht im Umkehrschluss das Fleisch gesünder ist, lediglich muss man beachten mehr an Gemüse Essen zu müssen um die gleiche Menge an Proteinen aufnehmen zu können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stimmt dem zu, sieht den Vorteil bei Pflanzlicher Ernährung oftmals darin, dass gleichzeitig noch vermehrt Ballaststoffe und Vitamine mit aufgenommen werden. Über Antibiotika und Pestizide möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen.


Wie drückt sich ein Aminosäurenmangel aus?

Der Mangel kann sehr vielfältig sein, denn Aminosäuren sind der Grundbaustein unseres Körpers. Beispiele dafür können sein:

Muskelschwäche trotz Training

Haarausfall

Schlechte Regeneration

Allergien

Autoimmunerkrankungen

Magen- und Darmerkrankungen


Wie kann ich herausfinden ob ich einen Aminosäurenmangel habe?

Zum einen sollte man zuerst einmal die Ernährung beobachten und notieren. Beginnen sollte man eine Woche lang alles aufzuschreiben und dann im Nachhinein sehen wieviel Proteine hat man pro Tag etwa gegessen. Danach muss man seinen Bedarf berechnen. Dafür gibt es unterschiedliche Formeln: 0,7 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Dies bezieht jedoch auf einen 35 Jährigen Mann mit 70 Kilo der keine Erkrankungen hat, im Büro arbeitet und 2-3 mal pro Woche leichten Sport macht. Hiermit ist keine Therapie gemeint und auch kein Aufbau von einem Mangel. Die DGE empfiehlt bei Erkrankungen teilweise bis zu 1,5 - 2,0 g / Körpergewicht. Das sind teilweise 105 - 140 g pro Tag. Das wären 560 Gramm Steak pro Tag um Ihnen mal ein Bild davon zu geben.

Eine weitere Möglichkeit ist mittels Blutbild ein genaues Aminosäurenprofil zu erstellen um zu sehen, ob eine bestimmte Essentielle Aminosäure im Mangel steht und diese gezielt auszugleichen. Die Kosten belaufen sich für eine Analyse auf circa 100 € alleine für das Blutbild. Dies kann sich jedoch lohnen, da damit die Folgekosten für die Einnahme deutlich reduziert werden können und man sieht ob es überhaupt notwendig ist.


Wenn Sie Fragen dazu haben, rufen Sie mich gerne an.

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